Tag 112 (5) Águeda – Mealhada

Heute kommen wir uns vor wie beim Zahnarzt. Man setzt sich auf den Stuhl, obwohl man weiß, dass es gleich weh tut. Wir gehen los, es regnet und wir wissen, dass wir gleich pitschnass sein werden. Nach einer halben Stunde ist es soweit. Doch jetzt von vorne:
Das Hotel in Aguada gehört zu den guten auf unserem Weg. Preis/Leistung super. Alles sauber, komplett ausgestattet und wir haben sogar einen kleinen Balkon. Auch das Frühstück passt. Wir sind hin- und hergerissen, sollen wir gehen, sollen wir einen Tag abwarten oder fahren wir mit dem Bus gleich nach Coimbra und warten dort ab. Wir entscheiden uns für ersteres, was vielleicht nicht die beste Wahl war. Zu Anfang regnet es normal, nach zwei Kilometer stark und das bleibt mindestens weitere zehn Kilometer so. Zu Anfang läuft uns das Wasser über den Poncho auf die Hosenbeine und von dort in die Schuhe. Also sauber sind sie heute auch, aber, dass sie jetzt auch von innen gewaschen werden, war nicht beabsichtigt. So langsam sind auch die Hosenbeine durchnässt und das Wasser steigt nach oben, bis auch die Unterhose klatschnass ist.

Die Route führt uns entlang einer der vielen Rotas de vinho, die es in Portugal gibt. Wir gehen an einigen schönen Quintas vorbei, es gibt aber auch einige, die schon bessere Zeiten gesehen haben. Eine Weinprobe verschieben wir auf einen späteren Zeitpunkt. Heute bleiben wir besser auf Betriebstemperatuŕ, im Gleichschritt Richtung Süden.

Laut sage ich, ich wünsch mir nichts mehr als trockene Klamotten. Und wie es der Zufall will, biegen wir um die nächste Ecke und stehen vor einer Lavanderia. Also nichts wie rein und umziehen. Dass hier noch andere Leute ihre Wäsche waschen, stört uns dabei wenig. Heute früh haben wir sicherheitshalber unsere Wechselsachen zusätzlich in einer Plastiktüte verstaut. Das zahlt sich jetzt aus. Die nassen Klamotten kommen in die Maschine, wir – frisch trocken gelegt, gehen ins nebenan gelegene Cafe und wärmen uns mit einem Apadanado pingado, einem großen Kaffee im einem Schuss Milch. Eine Ecke Pizza gibt es obendrein, es ist ja schon nach Mittag.

Die Wäsche ist fertig. Es regnet weiterhin. Bis zum Quartier sind es noch ca. 10 km. Also nochmals nass werden, das geht gar nicht. Wir steigen ins Taxi und lassen uns fahren. Das Quartier sieht von außen nicht besonders einladend aus, doch nach einem Zimmerwechsel, im ersten hat der Vorgänger wohl geraucht, sehen wir einer guten Nacht entgegen.

Gerade noch sitzen wir im Restaurant nebenan und wärmen uns mit einer heißen Gemüsesuppe. Leider gibt es das für diese Region bekannte Leitão, das gegrillte Spanferkel, heute nicht.

Strecke ca 15 km zu Fuß, 10 km mit Taxi

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