Tag 117 (3) Caxarias – Fátima

Leider fährt der Bus von Fátima nach Caxarias nur werktags. Uber bietet hier nicht an. Es bleibt also wieder nur das Taxi. Dafür haben wir gut im eigenen Bett geschlafen. Nach rund 30 km zum Preis von 28€ erreichen wir unseren heutigen Startpunkt. Nachdem unsere heutige Strecke nur 20 km beträgt, stellen wir fest, dass der Taxifahrer mit der IC 2 den schnellsten Weg, aber nicht den kürzesten genommen hat. Die 5€ mehr sollen ihm gut tun.

Nach einem Kaffee und einem Croissant ist der kurze Ärger auch schon wieder verflogen. Nach den ersten Schritten stellen wir fest, dass der Garmin schon wieder in eine andere Richtung will. Wir halten uns eisern an den blauen Pfeil. Irgendwann werden wir wieder zusammen kommen. Von der ersten Anhöhe gibt es noch einen schönen Blick über den Ort, übrigens mit dem nächstgelegenen Bahnhof von Fátima.

Oli, unser portugiesischer Schwabe von gestern hatte uns schon vorgewarnt. Heute soll der Weg hauptsächlich über normale Straßen verlaufen. Und so ist es auch. Sie sind kaum befahren außer von vielen Mountainbikefahrern, die sich in einheitlichen Shirts wohl auf einer Sternfahrt befinden. Andes können wir es uns nicht erkären. Mal kommen sie von vorne, mal von hinten.

Und dann sehen wir sehr kleine Pilger. Der Weg der Ameisen ist ähnlich einem Pilgerweg so schön ausgetreten. Viele Füße machen den Weg.

In einer kleinen Siedlung treffen wir auf einen älteren Herrn, der eine Harke in der Hand trägt. Von einem mit reifen Orangen voll hängenden Baum versucht er damit einige Früchte für uns zu pflücken. Leider erreicht er sie nicht. Sein Sohn sieht dies von der anderen Seite der Straße. Er ruft uns etwas zu. Nach zwei Minuten kommt er mit einer Plastiktüte gefüllt mit frisch geernteten Orangen. Er schenkt sie uns. Wir einigen uns auf vier Stück, denn er sieht selbst, dass sein Geschenk nicht in unsere kleinen Rucksäcke passt. Mit einem festen Händedruck verabschieden wir uns und bedanken uns für die freundliche Geste.

Kurz vor Mittag kommen wir an einem Cafe vorbei. Draußen wie drinnen alles Männer, die sich bei laufenden Fernsehern lautstark unterhalten. Es ist mit 20 Grad nicht gerade heiß, aber Wandern macht durstig. Roswitha nimmt den schon fast obligatorischen Kamillentee, ich gönne mir ein Bierchen. Ein Gast nach dem anderen verabschiedet sich. Aus ein paar portugiesischen Wortfetzen entnehmen wir, dass sie nun nach Hause zum Mittagessen gehen. Jetzt wird alles klar. Die Männer warten beim Frühschoppen bis die Frauen zu Hause mit dem Kochen fertig sind. Unser Mittagessen gibt es in Form von Vesperbroten, die wir uns in der Frühe vorbereitet hatten, ein paar Schritte weiter auf einem Rastplatz mit Tischen und Bänken. Eine portugiesische Großfamilie war ebenfalls schon da. Bei denen gab es Eintopf mit Brot.

Mittlerweile haben sich mein Garmin und die aktuelle Wegmarkierung wieder zusammengefunden. Noch rund neun km bis Fátima. Also mehr als die Hälfte ist geschafft. Die asphaltierte Straße geht über in einen Schotterweg. Den ganzen Weg geht es heute bergauf und etwas weniger bergab. Am Ende sind es 629 m im Anstieg und 414 m im Abstieg. Für 20 km ganz schön heftig, zumindest was die Strecke von Coimbra bis hierher betrifft.

Ein letzter steiler Anstieg auf Schotter und die ersten Häuser eines Vorortes von Fátima säumen den Weg. Die letzten 5 km geht es entlang einer befahrenen kurvigen Landstraße. Man muss da ganz gut aufpassen, besonders wenn die Autos von hinten und vorne kommen. Doch dann ist dieser Abschnitt geschafft. Das Santuário de Fátima ist erreicht. Mal sehen, ob wir den Rest bis Escravilheira dieses Jahr auch noch angehen.

Strecke 20,9 km

Ein Gedanke zu „Tag 117 (3) Caxarias – Fátima“

  1. Hallo ihr zwei Wilden,

    nun habt ihr es ja bald geschafft, wenn ich das richtig sehe.
    Ihr beschreibt euren Weg wirklich wunderbar, man läuft beim Lesen richtig mit.
    Das Wohnmobil gefällt mir auch sehr, gut gewählt.
    Also macht´s gut und weiterhin schönes Wetter und interessante Begegnungen.

    Viele liebe Grüße aus Scharnhausen.

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